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> Inner Game

post Jan 7 2011, 22:30
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Grandmaster Norris
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Eigentlich definiert er Inner Game schon ziemlich gut.
Das ist eh so ein Begriff für etwas, für das es eigtl keine Definition gibt.
Bzw eine gute gibt es:
QUOTE
"In every human endeavor there are two arenas of engagement: the outer and the inner. The outer game is played on an external arena to overcome external obstacles to reach an external goal. The inner game takes place within the mind of the player and is played against such obstacles as fear, self-doubt, lapses in focus, and limiting concepts or assumptions. The inner game is played to overcome the self-imposed obstacles that prevent an individual or team from accessing their full potential."

Es geht im Prinzip darum, die einzelnen schichten unseres egos die sich mit der zeit angesammelt haben runter zu schälen. In der Praxis sind das ganz einfache Grundvorstellungen wie: Ich brauche einen Partner um die Einsamkeit zu überwinden oder Ich muss unbedingt etwas machen, wo ich viel geld für Statussymbole verdiene.
Das Ego kann man jeden Tag mit einem Reden hören. Man denkt man wäre das selber, weil es sich so real anfühlt, aber eigtl sind das unsere antrainierten Hirnstrukturen.
Degenerierte Überlebensmechanismen.
Es dreht sich doch im Prinzip alles nur darum.


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QUOTE(painlezzjr @ Nov 26 2006, 03:28)
und das is der grund warum es heir keinen normalen spamthread gibt...
*

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post Jan 7 2011, 23:41
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QUOTE(painlez2jr @ Jan 7 2011, 19:19)
Gut, wenn du dringende fragen hast und eine entscheidung treffen musst, hör auf dein herz und tus.
Was ich festgestellt habe:
Die Antwort ist immer präsent. Wir stellen die Frage nur meist zu laut.
*

Ich denke, das trifft's ungefähr. Bloß diese Neigung zum Denken ist hartnäckig. Und Gewohnheiten sind oft schwer zu ändern...

Was mir sehr geholfen hat, war und ist Achtsamkeit ("mindfulness"). Darüber bin ich auch überhaupt erst zu der Idee gekommen, dass das "Ich" überhaupt nicht der Handelnde ist, und das Schicksal insofern ohnehin seinen Lauf nimmt, egal ob mit oder ohne mein Wollen. Geht denke ich in Richtung von Wu Wei, "Nicht-Tun". Solange ich an diesem Gewahrsein festhalten kann, existiert das Ego zwar noch, aber es nimmt zumindest für den Moment nicht die Rolle des Handlungsträgers für sich in Anspruch, und es entstehen keine inneren Konflikte - solange eben das Gewahrsein da ist, dass Ich nicht wirklich der Handelnde bin. Irgendwie schafft das Ego es dann aber doch immer wieder, sich in Gedanken zu verstricken, und dann ist Schluss mit dem Frieden.

Deshalb führt aus meiner Sicht auf Dauer kein Weg daran vorbei, das Ego zu durchschauen und so hoffentlich auszuschalten.

€:
Verrückt, dass es überhaupt eine Welt gibt, in der wir solche Fragen stellen können... unsure.gif

Der Beitrag wurde bearbeitet von muronivid am Jan 7 2011, 23:46 Uhr.


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Salvianaut
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Hmja, «ausschalten» ... das klingt so nach Widerstand wider innere Hürden – als seien sie nicht Teil von Dir. Verdrängung halte ich hier für gefährlich, eine tickende Zeitbombe wenn man so will. Vielleicht sagt man dem Ego und was einem sonst noch so begegnet und einen hemmt einfach mal: «hallo, ich nehme Dich wahr,» versucht wenn es möglich ist zu sehen was es tatsächlich will – und das ist selten etwas Schlechtes, egal wie es verpackt sein mag – und läßt es bewußt auf sich wirken, nimmt es als einen Teil von sich an. Wenn Deinem Ego oder auch unerwarteten Emotionen als Teil davon Verständnis entgegen kommen, sinkt meiner Erfahrung nach auch deren Bedürfnis Dich ständig anzuschreien und herumzukommandieren, nach Aufmerksamkeit zu heischen.



Das paßt hier ganz gut denke ich. Be water, my friend. smile.gif


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QUOTE(erdbeertoertchen @ Jan 17 2011, 23:32)
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QUOTE(Glassmoon @ Jan 8 2011, 14:33)
Hmja, «ausschalten» ... das klingt so nach Widerstand wider innere Hürden – als seien sie  nicht Teil von Dir.
*

Du wachst morgens gerade erst auf, bist noch gar nicht richtig da, und der erste Gedanke, der dir in den Kopf schießt, fragt: "Wer bin ich???" Im gleichen Moment realisierst du, dass einfach niemand da ist, und die Frage genauso verschwunden ist. Aber schon im nächsten Augenblick setzt sich deine Persönlichkeit mit allem "ich" und "mein" und Ideen und Vorstellungen wieder zu deinem Gewohnten Selbst zusammen.

Auch wenn du tagsüber längere Zeit der Frage "wer bin ich?" auf den Grund gehst, stellst du irgendwann überdeutlich fest, dass dort niemand ist, zumindest nicht substanziell. Ich bin nicht der Körper, auch wenn das Ego das gerne behauptet. Ich bin auch nicht "in" diesem Körper, obwohl das Ego das gerne behauptet. "Ich" ist ein völlig leerer Begriff, ein Behälter für Ideen und Vorstellungen, wie Eckhart Tolle sagt. Aber ansich völlig substanzlos.

Kodo Sawaki sagt: Das Ich ist das Selbst, das das Selbst in das Selbst einbaut.

Es ist schwierig, bei diesem Gewahrsein zu bleiben, selbst wenn man es kurzzeitig dort hin schafft.

QUOTE(Glassmoon @ Jan 8 2011, 14:33)
Das paßt hier ganz gut denke ich. Be water, my friend. smile.gif
*

Darauf können wir uns einigen bye.gif


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post Jan 8 2011, 16:37
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Uh, Dekonstruktion des Selbst ^^
Ich tendiere eher dazu, das Zusammenspiel als Ganzes zu betrachten. Dekonstruktion geht irgendwie in die Richtung zu sagen: Das Gehäuse ist nicht die Uhr, dieses Rädchen auch nicht, jener Zeiger erst recht nicht, bis am Ende nichts mehr übrig ist.

Vielleicht bin ich es ja verkehrt angegangen, doch mir persönlich haben derlei Denkansätze nicht gut getan. Zur Zeit bin ich jedenfalls dabei, mich wieder zusammenzupuzzlen, hehe ...


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Dekonstruktion würde ich noch nicht einmal sagen, eher Ergründung.
Mit deinem Beispiel triffst du den Kern des Problems: Nämlich dass Wirklichkeit ein geistiges Konstrukt ist. Und das Ego als Teil der Wirklichkeit damit auch.
Aber anders als eine Uhr, die du einmal zusammen setzt und an der du anschließend nichts mehr tun musst, um sie zu erhalten, muss Wirklichkeit als solche mit jedem Moment neu geschaffen werden, um wirklich zu sein. Beobachtest du aber diesen Prozess des Erschaffens, anstatt dich bloß auf die Produkte zu konzentrieren, verlangsamt sich dieser Prozess oder kommt sogar ganz zum Erliegen. Dann erkennst du (vielleicht nur für den Bruchteil einer Sekunde) das Wesen der Wirklichkeit. Und ein größeres Maß an Freiheit kann ich mir nicht vorstellen, als diese Momente!

einfach mind-blowing bye.gif


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Selbst und Sein sind sicherlich dynamischere Prozesse als eine laufende Uhr, das stimmt ^^
Das Wesen der Wirklichkeit ... komplizierter Begriff und auch schwer von der Perspekitve abhängig, hehe ... Darüber kann man wohl einerseits in beinahe selige Momente als auch in zutiefst depressive Episoden verfallen. Denn wie (und ob) man anschließend mit Wahrnehmung und Wirklichkeit umgeht, ist ja nicht vorgeschrieben. Für mich selbst stelle ich dahingehend immer wieder fest, wie beschränkt mein Intellekt doch ist – daß ich bloß Teilaspekte erfassen kann, so umfassend sie in dem Moment auch erscheinen und gerne weit über die Grenzen des Kommunizierbaren hinaus gehen mögen.

---

Um hier noch mal zum Thema zurückzugleiten:
Die Schönheit des Selbst und darüber auch der eigenen Wirklichkeit zu erkennen, ist imo ein Schlüssel zum «Inner Game». Doch wie Painy schon schrieb, läßt sich hier nichts erzwingen – im Gegenteil. Beobachten, Erkennen, Annehmen und darüber bewußte Entscheidungen treffen, sich selbst nicht abzulehnen oder über andere zu stellen und dennoch Ziele konsequent zu verfolgen ist denke ich nichts, was man einfach per Anleitung lernen könnte. Es erfordert eine Menge Aufmerksamkeit und birgt durch solche Begrifflichkeiten wie dem «Inner Game» die Gefahr eines eher abträglichen Cargo-Kultes, wie er z.B. in der PU-Szene/Seduction Community betrieben wird.

Als Beispiel sei hier nur mal die Wirklichkeit der Werbung benannt: Das Bedürfnis zu wecken ein ganz bestimmtes Produkt zu kaufen mag häufig verfehlt werden – die ständige Konfrontation mit sexuellen Reizen wirkt dennoch (wenn man nicht gerade asexuell ist). Diesen Einfluß auf einen selbst wahrhaftig zu erkennen kann einem keine Lektüre und kein Seminar vermitteln. Erst mit dieser Erkenntnis kann man diese (Über-)Sexualisierung entweder in Eigenregie bewußt zulassen wo sie einem gefällt oder an sich abperlen lassen, den eigenen Bedürfnissen entsprechend handeln. «Be water, my friend.»


Für's erste genug geschwafelt biggrin.gif
Glass


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Finds klasse, dass sich hier noch sone schöne Diskussion entwickelt hat.
Das Grundlegende Problem am "Inner Game" oder "schönheit des selbst erkennen" oder auch einfach nur "leben" - wie wir's auch nennen mögen - ist doch, dass man es nicht in worte fassen kann. Der Schlüssel dazu ist nämlich die Gehirnhälfte zu deaktivieren, die für Verbales oder Logisches zuständig ist und sich auf die Hälfte zu fokussieren, die fühlt und wahrnimmt und TATSÄCHLICH handelt.
Bei den meisten Frauen wird nur all zu deutlich, wer bei uns Menschen wirklich die Entscheidungen macht: Emotionen.
Und bei Männern ist das nicht anders, nur dass unsere emotionen erstmal durch den ego mixer geshreddert werden, bis sie irgendwie rausgelassen werden.
Der ganze Trick ist:
Atme tief in den Bauch. Konzentriere dich darauf, wie die luft in deine Nase strömt, deine Luftröhre hinunter und dann in deine Lunge fließt. Wie sich deine Fingerspitzen anfühlen, wie dein herz schlägt. Auf die 1000 Eindrücke die gerade auf die einprasseln und vorallem auf den Eindruck, der gerade deinen Fokus hat. Sei das nun deine Arbeit, deine braut oder deine Sonntagszeitung.
Man muss das eigentlich nur oft genug praktizieren (in den bauch atmen und auf soviel wie möglich konzentrieren und fühlen) um irgendwann ganz automatisch in einen flow zu kommen, wo das ego nicht mehr sich selbst in einzelteile zerlegt, weil es schweigt, während du HANDELST.


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QUOTE(painlezzjr @ Nov 26 2006, 03:28)
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