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SALVIA-COMMUNITY.net _ Sonstige _ Extraktionsverfahren

Geschrieben von: AD #1 Mar 23 2020, 20:54

Mal eine kurze Frage in die Runde:

Es gibt ja eine Art der Extraktion (z.B. mit Aceton), bei welcher man mit der unterschiedlichen Löslichkeiten der Inhaltstoffe des Ausgangsmaterial arbeitet. Dabei wird das Lösungsmittel bis Nahe zum Siedepunkt erwärmt und nach und nach weiteres hinzugegeben, bis sich gerade eben das gesamte Ausgangsmaterial löst.
Danach wird es schlagartig abgekühlt, sodass die Lösung überstättigt ist und nun die verschiedenen Inhaltsstoffe je nach eigener Löslichkeit ausflocken.

Ich habe beim Experimentieren dazu ein wenig Zahnpasta in Aceton aufgelöst und wollte versuchen die grundsätzliche Vorgehensweise dieses Verfahrens nachzuvollziehen. Aus Faulheit / mangelnder Motivation habe ich das Behältnis, statt es abzukühlen, nicht weiter beachtet und es einfach über Nacht stehen lassen. Das Aceton ist dann ohne große Temparaturveränderungen einfach verdunstet.

Nun zeigt sich am Innenrand des Glases ein Profil verschiedenener Subtanzen. Einige sind ringförmig am Glasrand eingetrocknet, einige auf dem Glasboden ausgeflockt.
Ist das eine weitere Option, die verschiedenen Stoffe der Ausgangssubstanz zu trennen?
Beim Verdunsten ändert sich wie bei der raschen Abkühlung ja ebenfalls das Gleichgewicht von Lösungsmittel zu gelösten Stoff. Meinem Verständnis nach müssten sich die verschiedenen Substanzen in den Ringen am Glasrand und im ausgeflockten Bodensatz voneinander getrennt haben.

Ich bin mir nur unschlüssig, welche der vorliegenen Stoffgruppen nun welcher Löslichkeit zu zuordnen sind. Ist der Bodensatz die Substanz, die sich am schlechtesten löst und damit direkt beim Kippen des Gleichgewichts ausfällt? Oder befindet sie sich dort, weil sie bis zum Schluss gelöst war?
Am Rand des Glases meine ich mindestens zwei verschiedene Arten Ringen ausmachen zu können, was ich auf unterschiedliche Löslichkeiten zurückführen würde.

Es ist auf jeden Fall ein interessantes Ergebnis, ähnlich einer Chromatographie.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Geschrieben von: AD #1 Mar 23 2020, 20:56

Ups, verklickt

Geschrieben von: harekrishna Mar 23 2020, 23:20

Es gibt alle möglichen Trennverfahren. Auch welche, die mit Temperaturen arbeiten - nicht zuletzt ist ja jedes Kondensationsverfahren ein Temperaturtrennverfahren, wie zum Beispiel eine Destille.

Auch in einer Raffenerie findet eigentlich nichts anderes statt. Das Öl wird erhitzt und kondensiert dort, wo die entsprechende Temperatur vorherrscht.

Völlig sauber ist es dennoch nicht. Da können jede Menge Verunreinigungen drin sein. Beispiel Alkohol. Dort könnte Methanol enthalten sein. Schwer, die beiden Alkohole zu trennen. Oder gewollt auch ätherische Öle, wie beim Kräutergeist oder Obstler.

Geschrieben von: hogie Mar 23 2020, 23:31

QUOTE(AD #1 @ Mar 23 2020, 20:54)
Es ist auf jeden Fall ein interessantes Ergebnis, ähnlich einer Chromatographie.
Ja, der Vergleich passt sehr gut. Was aber wo landet, dazu ist deine Frage viel zu allgemein formuliert. Wenn du schon alles gelöst hast, gibt es in der Regel viel bessere und effektivere Trennverfahren, als es langsam eindunsten zu lassen. Denn die Trennung funktioniert dabei auf jeden Fall nur sehr unscharf.

Geschrieben von: kleinerkiffer84 Mar 28 2020, 22:44

Das kommt einer Chromatographie in der Tat im Prinzip nahe.
Wie man sich in einer simplen Weise selber zuhause Chromatographie für Extraktionen zunutze machen könnte, darüber habe ich auch schon einmal nachgedacht.
Eine Idee wäre, dass man die Kapillarwirkung der verschiedenen Substanzen ausnutzt.
Verschiedene Substanzen müssten in einem Kapillarmedium unterschiedlich gut diffundieren können, sodass zumindest eine grobe Trennung möglich sein müsste.
Jedoch weis ich noch nicht welches Kapillarmaterial ich verwenden sollte und inwiefern eine starke chemische Ähnlichkeit der zu trennenden Substanzen eine Auswirkung auf die Kapillarwirkung hat.

Anwenden möchte ich dieses Prinzip für das halbwegs saubere Trennen von Tryptaminen.
Ich möchte DMT, NMT, 5-MeO-DMT und nicht benötigte Indolalkaloide sauber voneinander trennen.
Eine wirklich saubere, standardisierte Extraktion von 5-MeO-DMT möglichst aus einer einheimischen Phalaris-Gattung, dass wäre mal ein revolutionärer Meilenstein.

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