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post Dec 27 2020, 17:15
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Salvia Meister
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QUOTE(Herr von Böde @ Dec 27 2020, 14:07)
Vollkommen unlauter wird es wenn man dann noch dazu übergeht zu moralisieren, den anderen wegen seiner Sicht für einen Egoisten oder einen "schlimmen Menschen" zu halten und darszustelllen, dann verschliessenm wir alle Türen, weil wir uns verschlossen haben. Das gleiche gilt für die Ignoranz.
*



Moral ist eine wichtige Faustformel, um Schaden von einem abzuwenden. Dass es Manipulation gibt, steht ja noch auf einem ganz anderem Blatt. Und ja, da muss man sich zurückziehen, wenn es keine Einsicht gibt, diese sein zu lassen.


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post Dec 27 2020, 17:43
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Ich habe auch nicht gegen Moral gesprochen, ich sprach von der Amoral des Moralisierens.

Und damit meine ich dem anderen eine Moral aufzuwingen oder ihm Amoral zu unterstellen ohne Intersse und Ahnung von dem wer der andere ist und warum er ist.
Ich brauche niemandem etwas beizubringen, der mich gar nicht interssiert, ein Belehren muss die Folge vom Intersee am Belehrten sein, andernfalls geht es nicht um das Richtige sondern um die Bestätigung der Identifiikationen meines Egos.Eigentlich geht es dann nur darum sich selbst ein bisschem mehr zu überzeugen. "Ich habe Recht und wenn ich Dich überzeugen kann, bestätigt das mein Recfhthaben, mein Ego". In Wirklichkeit aber bestätigt das im Zweifel nur die Qualität der eigenen Rhetorik und/oder die innere Not des Überzeugten.

Und jetzt sagst Du "Du untestellst ja auch die Amoral. "
Ja aber ich unterstelle sie keinerm Menschen sondern einer Handlung. Nicht der Mensch ist zwingend amoralisch der moralisiert, sondern sein Handeln ist amoralisch.
Und interssant wäre nun warum er sich dazu gezwungen sieht., warum er zu solchem Handeln geneigt ist.

Ein Rückzug kann eine Resignation sein oder ein in sich gehen bedeuten um darüber zu reflektieren, in sich hineinzufühlen, warum man selbst nicht in Resonanz kommt.
Der Rückzug gibt nicht auf, auch nicht den anderen auf, sondern wird gebraucht um festzustellen, wo der Mangel an einem selbst, an den eigenen Identifikationen, liegt.

Edit:
Warum es so wichtig ist verstehen zu wollen mit wem man sich austauscht:
Es hat keinen Sinn einer Rose zu predigen sie solle aufhören zu riechen, weil ihr Duft von Eitelkeit und Egoimus zeuge.
Die "linke Tradition" verwechselt viel zu schnell die Gleichwertigkeit der Meschen mit der Gleichheit der Menschen.
Der Wert eines Menschen liegt garde in seinem speziellen Sosein, nicht in seinem Menschsein.
Einen Menschen etwürdigt man ganz und gar wenn man ihn nicht für das würdigt was er im Speziellen ist sondern für das (ent)würdigt was er im Allgemeinen (ein Mensch) ist.

Edit II:
um es konkret zu machen:
Du kannst den Künstler für seine Kunst würdigen, den Wissenschaftler für die exakte Anwendung seiner Methode aber Du kannst auch den Behinderten, den Alten und Schwachen würdigen für das Mitgefühl an das er Dich erinnert, Du kannst den Psychopathenm würdigen für die Aufgabe vor die er Dich stellt - so wie Du den Husten oder Rückenschmerz würdigst indem Du ihn beachtest und etwas für Deine Gesuindheit tust.
Bevor Du also sagen kannst : "Dies ist ein Mensch und darum ist er zu würdigen !" musst Du auch sagen können wofür genau Du ihn würdigen kannst, sonst bleibt es eine leere Behauptung, die richtig sein mag, die Du aber konkret gar nicht begründen kannst.
Das konkrete Begünden der Würde, das ist die Würdigung, zu erkennen was und wer konkret ist und das auch anzunehmen und entsprechend zu handeln.
Das ist die Mühsal an der Moral, wie ich sie verstehe.

Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Dec 28 2020, 13:33 Uhr.


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Interview Philosoph Gunnar Kaiser Aufgabe und Unabhngigkeit der Philosophie



Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Jan 17 2021, 06:21 Uhr.


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Ganze Playlist:

Kants Freiheitsbegriff (1786-1800) Rekostruktion einer Debatte

Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Feb 25 2021, 01:16 Uhr.


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Kulturhistorisch super interessant, auch hinsichtlich der gegenseitigen kuturellen Befruchtung fremder Kulturen.

Mithras Kult & Antike Mysterien I




QUOTE
Liebe Freunde, [Buchtipps weiter unten] war der Mithras Kult eine Astralreligion? Exklusiv präsentiert Euch Charles Fleischhauer einen tiefen Einblick, in die Welt der antiken Mysterien. Vom Mithras Kult ausgehend, begibt er sich auf einen Streifzug durch die verschiedensten Religionen, Kulte und Epochen. Sowohl der Bezug des Mithraismus zur Astrotheologie und zu psychedelischen Pilzen, als auch zur Geheimpolitik wird in dieser Sendereihe erklärt. Mithras war in der Spätantike der große Konkurrent des Christentums. Doch wer war Mithras wirklich? Lasst Euch von Charles verzaubern und taucht tief ein, in längst vergangene Zeiten...



Mithras Kult & Antike Mysterien II





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Was macht uns gesund?



QUOTE
Warum werden wir krank? Was hat uns infiziert? Welche Faktoren tragen zu unserem Unwohlsein bei? Oder umgekehrt gedacht: was trägt positiv zu unserer Gesundheit bei? Was macht uns gesund?

Als Gegenentwurf zum Modell der Pathogenese – Krankheit im Fokus –  führte der israelisch-amerikanische Stressforscher und Gesundheitswissenschaftler Aaron Antonovsky in den 70er Jahren das Konzept der Salutogenese ein. In deren Kern stehen drei salutogenetische, also der Gesundheit förderliche, Prinzipien als die drei Aspekte, die Gesundheit entstehen lassen: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Dieses Konstrukt funktioniert losgelöst von Viren, Bakterien oder Milieus im engeren Sinne, vielmehr beschreibt es eine Art und Weise, wie wir die Welt sehen und wie sie uns erscheint.

Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit sind die Elemente, die uns in die Lage versetzen, die Welt zu verstehen und das, was wir verstanden haben, auch handhabbar zu machen, es begreifen zu können. Die Realisierung, dass wir die Dinge auch verändern können und, dass wir dem Ganzen – der Welt, den Dingen, dem menschlichen Leben – Sinn und Bedeutung verleihen können. Sind diese drei Gesichtspunkte erfüllt, dann entsteht ein Gefühl der Kohärenz: alles, was einem begegnet, passt auf einmal zusammen, es harmoniert, steht im Einklang miteinander, es ist in sich stimmig. Dass wir das, was wir erleben, grundsätzlich verstehen, dass wir es als sinnvoll erachten und es sogar grundlegend verändern können – im Modell der Salutogenese ist das der Zustand purer Gesundheit.

Umbruchzeiten

In Umbruchzeiten wie diesen erleben wir, dass uns jene Prinzipien entrissen werden. Ordnungsstrukturen brechen zusammen, früher sehr hierarchische Ordnungsstrukturen, heute etwas egalitäre Ordnungsstrukturen oder solche, die uns einen Halt gegeben haben. Nun finden wir keine Orientierung und keine Stabilität mehr im gesellschaftlichen Dasein, in unserem Miteinander. Dieser Zusammenbruch von Ordnung geht wahrlich nicht mit einem Mehr an persönlicher Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit einher. Wir verlieren die Kohärenz der Dinge und unseres eigenen Lebens – ein Gefühl der Inkohärenz entsteht.

Wir verstehen nicht mehr, warum die Dinge um uns herum so sind wie sie sind und denken: „ich weiß nicht was hier vor sich geht, ich begreife diesen Wahnsinn nicht, ich verstehe die Blindheit der anderen Menschen nicht“.

Anmerkung :

Das gilt für beide Seiten, die einen verstehen den Wahnsinn der "Coronaleugner" nicht, die anderen verstehen die Panik der "Coronagläubigen" nicht.

Wichtig wäre hier, das beide Seiten versuchen den Wahnsinn des jeweils anderen zu verstehn, das heisst nicht ihn zu übernehmen.
Ein Problem das nicht verstanden wird, kann nicht gelöst werden, es kann nur mit Gewalt für eine Weile unsichtbar gemacht werden, was aber nur neue, größere, Probleme schafft.


QUOTE
Alles kommt uns wahnsinnig oder zumindest willkürlich vor. Es breitet sich ein allgemeines Unbehagen aus, weil wir unser Dasein nicht mehr fassen können, wir scheinen ihm selbst keinen Sinn mehr verleihen zu können.

Um an irgendetwas festhalten zu können, muss dieser Verlust mit einer Komplexitätsreduktion aufgefangen und abgefedert werden. So führt die Suche nach Sicherheit oft in die Hörigkeit gegenüber Autoritäten, Politikern, der Wissenschaft. Da ist es nicht verwunderlich, dass derjenige, der zweifelt, der gerade jetzt das Handeln von Politikern, der Regierung, der Wissenschaftler anzweifelt, dem Feindbild des Wehrkraftzersetzers gleichkommt. Der Zweifler negiert mein Bedürfnis nach Gewissheit und Halt, das aber so wichtig ist für den fragilen Zustand meiner Identität. Er gefährdet die Befriedigung meines Bedürfnisses nach Eindeutigkeit, nach klaren Verhältnissen.

Die Orientierung an Autoritäten ist das eine, was uns Gewissheit und Halt gibt, ein anderer Weg ist die Flucht. Es stellt sich ein Eskapismus in Ideologien, in Glaubenssysteme, in Gruppenzugehörigkeit, in eine Sekten-Identität ein, die diese Stützfunktion anbieten können. Die Hierarchien dieser Ideologien nehmen zwar Freiheit, doch sie offerieren Sicherheit und Zugehörigkeit.

Es ist ein Kult!

Nicht ohne Grund sage ich: „es ist ein Kult!“. Und dieser Kult gibt mir eine gewisse Haltung vor, weil ich mich selbst nicht mehr zu halten vermag. Diese Haltung, mit der ich meine eigene Ungewissheit „runterknüppeln“ möchte, mich aus der Ungewissheit rauskatapultieren will in die Sicherheit, manifestiert sich in neuartigem Benehmen.

Verhaltensweisen, die man noch vor ein paar Monaten als skurril und seltsam hätte ansehen müssen oder angesehen hat, als kurios, als sonderbar, kommen uns nun immer näher, werden immer selbstverständlicher und mehr und mehr Teil einer neuen Normalität. Das geht bis ins Kleinste, bis ins Detail, bis in die Kleidung, bis in die Accessoires, das was man vom Mund und Nase tragen muss. Als Bestätigung dieser Sekten-Identität, gibst du dich als Teilnehmer und als Mitglied des Kults zu erkennen. Gleichzeitig werden die eigene Identität und Individualität an der Pforte abgegeben. Denn die Kleiderordnung des Kults ist uniformartig und eintönig.

Der Schriftsteller und Kulturkritiker Henry L. Mencken würde uns bezeichnen als:

    „endlose Herde fast ununterscheidbarer Menschen, geprägt von Jahren der Unterordnung, der 'Ordnung', von quälenden Ängsten, von eifriger und unverfrorener Konformität; und vor allem von den grotesken und irrigen – für das logische Denken tödlichen – Versuchen, diese Angst mit moralischen Namen auszutricksen, diese 'Ordnung' als freiwillig und sogar altruistisch erscheinen zu lassen, und dieser Unterordnung und Konformität eine falsche und betäubende Würde zu verleihen“.

Neben der Kleidung und äußerlich sichtbarer Zeichen manifestiert sich die neue Haltung auch in der Denkweise und findet Niederschlag in der Rhetorik, der Sprache, in der Wortwahl. Wir übernehmen die vorgekauten rhetorischen Versatzstücke des neuen Kults, und sagen “Stay Safe” oder „Bleiben sie gesund“ und alles, was es da auf einmal an Floskeln gibt in dieser neuen Normalität.

Der potenzielle Kranke

Und ich sage es erneut: es ist die totale Umkehrung. Auf einmal ist jeder krank und gefährlich – vor allem die ohne Symptome. Schon gehört? Gewisse

Impfzentren dürfen neuerdings nur noch Menschen ohne Krankheitssymptome betreten. Man stelle sich das einmal vor: dort werden per se nur Symptomlose empfangen, man darf nur dort hinein, wenn man nichts hat. Die, die etwas haben – etwa ein Kratzen im Hals oder Husten vielleicht – die werden gar nicht erst hineingelassen geschweige denn getestet!

Das ist die nun die neue Standardeinstellung: jeder ist erst einmal krank, so wie es Ivan Illich geschrieben hat. Die Ärzte sorgen dafür, dass jeder von Geburt an erst einmal ein Patient ist, ein potenziell Kranker, und das bis zum Beweis des Gegenteils: der letztendlich gültigen Gesundheit. Die tritt jedoch niemals ein, dieser Beweis kann nie erbracht werden. Schließlich sind wir nur deshalb gesund, weil wir noch nicht gründlich genug getestet wurden. Auf einmal ist auch der andere nicht mehr der Ursprung meines Wohlbefindens, meiner Freude, sondern der Verursacher von Leid, Gefahr und Risiko – ein Virenträger.

Harald Welzer: Konformismus

Durch die Orientierung an den überall sichtbaren Autoritäten und Führerfiguren, die eben nicht hinterfragt werden dürfen, entsteht ein Konformismus, der harmlos erscheint, wenn man ihn mit dem physischen oder psychischen Zwang von Diktaturen vergleicht. Doch das ist es ja gerade. Wie der Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem Buch Autonomie schreibt,

    „[greift] der Konformismus viel tiefer als physischer Zwang in unser Denken, ja in unsere Persönlichkeit ein. Konformismus verändert unsere eigenen Wünsche und Überzeugungen, und zwar oftmals ohne, dass uns das selbst überhaupt bewusst wird. Physischer Zwang mag im Stande sein, uns von Protesten abzuhalten, der Konformismus dagegen, kann dafür sorgen, dass wir zu Unterstützern der Diktatur werden, ja es kann sogar passieren, dass wir uns als Mitglieder einer Gruppe zu Handlungen hinreißen lassen, die unseren tiefsten Überzeugungen widersprechen“.

Konformismus erzeugt den Hang der Menschen, sich nun zu Handlungen anstiften zu lassen, die vor ein paar Monaten noch vollkommen kurios und hanebüchen gewesen wären oder geradezu gemeingefährlich. Es entsteht ein Zustand, in dem nicht einmal mehr der Bedarf zu bestehen scheint, gegen ein übermächtiges Regierungshandeln zu protestieren.

Das Finden von einfachen Antworten auf schwierige Fragen ist natürlich nur scheinbar, weil es gleichzeitig in eine neue Abhängigkeit und Fremdbestimmung mündet – es ist die Illusion von Sicherheit. Das was jedoch abgegeben wird, das ist die eigene Selbstwirksamkeit. Der Konformismus als die Suche nach Halt führt in eine immer größere Abhängigkeit von Autoritäten und gleichzeitig zur Akzeptanz dieser neuen Normalität. Zur Akzeptanz einer, zum globalen Kult gewordenen, neuen Ideologie, die die Menschen immer weiter auseinander treibt, die sie isoliert. Je mehr ich diesem Konformismus anhänge, je weniger merke ich, dass ich Dinge einfach so abnicke, die ich vor einem Jahr noch nicht abgenickt hätte, desto stärker wird meine Akzeptanz der neuen Normalität, die die Menschen isoliert und sie damit in die Einsamkeit und Entfremdung treibt.

Hannah Arendt: Verlassenheit

Wie Hannah Arendt in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft schreibt, ist Verlassenheit die elementare Grunderfahrung menschlichen Zusammenseins, die in totalitäre Ideologien den größten Nährboden findet und deshalb bevorzugt genutzt wird:

    „Verlassenheit entsteht, wenn […] aus gleich welchen geschichtlich-politischen Gründen diese gemeinsam bewohnte Welt auseinander bricht und die miteinander verbundenen Menschen plötzlich auf sich selbst zurückwirft. In der Verlassenheit sind Menschen wirklich allein, nämlich verlassen nicht nur von anderen Menschen und der Welt, sondern auch von dem Selbst, das zugleich jedermann in der Einsamkeit sein kann. […] In dieser Verlassenheit gehen Selbst und Welt, und das heißt echte Denkfähigkeit und echte Erfahrungsfähigkeit, zugleich zugrunde.“

Es ist jedoch nicht erst die totalitäre Politik an der Macht, die als Folge Verlassenheit produziert. Verlassenheit entsteht durch bestimmte gesellschaftlichen Umstände, woraufhin Menschen nach Ideologien suchen, die Halt geben. Ein leichtes Spiel für Totalitarismen aller Couleur. Entfremdung, das „fremd in der Welt sein“, der Weltschmerz, das Gefühl, nirgendwo hinein zu passen, das sind nun einmal Grunderfahrungen des menschlichen Lebens – der condition humaine.

Dieser menschlichen Urerfahrung der Verlassenheit jedoch etwas Positives entgegenzusetzen, das muss unsere Fähigkeit, unsere Superkraft werden. Um mit Heideggers Worten zu sprechen: wir alle sind in diese Welt geworfen worden, und wir haben – werden wir uns dessen bewusst – eine Urerfahrung der Verlassenheit, der Einsamkeit. Der müssen wir, als erwachsene Menschen, irgendwann etwas Positives entgegenstellen können, um uns nicht ständig in neue Abhängigkeiten treiben zu lassen.

Gemeinschaft, Geselligkeit, Lebendigkeit

Um der Verlassenheit etwas Positives entgegenzusetzen, müsste man in der Lage sein, ein lebensfreundliches Verständnis von einem förderlichen Miteinander zu haben, ein Bild davon. Ein Bild von echter Lebendigkeit, von dem was es heißt, lebendig zu sein – nicht nur am Leben zu sein oder zu überleben. Die Möglichkeit, Gemeinschaft, Geselligkeit, Nähe und Berührung regelmäßig auszuüben, zuzulassen, dazu zu stehen, sich nicht dafür zu schämen und dem Anderen in diesem Menschenbild zu begegnen. Der Andere ist nicht mein Feind, er ist keine Gefahr, sondern die Quelle meiner Freude und meines Lebenssinns.

Aber tun wir das? Dieses Miteinander feiern in Lebendigkeit und Geselligkeit und Gemeinschaft? Nein. Wir begegnen unseren Mitmenschen (und uns selbst) als wären sie Objekte, wir entwürdigen sie, wir betrachten sie als Quelle der Gefahr, als Träger von Krankheitserregern. Wir sprechen ihnen die Berechtigung ihrer Ängste ab. Wir sehen sie (und uns) reduziert und objektiviert. Dieses Menschenbild macht es uns unmöglich, eigenmächtig zu werden, Selbstwirksamkeit zu verspüren und dieser gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit in Zeiten des Umbruchs, der Entfremdung, etwas entgegenzusetzen.

Frohe Botschaft

Jene Erfahrungen der Orientierungslosigkeit – alle Erfahrungen im Übrigen –  bilden ein Integral von Erfahrungen, sie verdichten sich zu allen bisher gemachten, ähnlichen Erfahrungen. Dieses Erfahrungsintegral bestimmt den Rahmen dessen, was unser Denken und Fühlen, unser Weltbild ausmacht. Das, was wir erlebt haben, was wir erfahren haben, bildet den Rahmen, in dem wir die Welt wahrnehmen.

Wenn wir aber nur noch Entfremdung, Isolation und Objektivierung erfahren, dann werden wir zu entfremdeten, ohnmächtigen und einsamen Menschen. „Wie kommen wir da wieder raus?“ und „wie werden wir gesund?“ sind letztendlich ein und dieselbe Frage. Denn das ist die Frage nach der Möglichkeit, der Entfremdung etwas entgegenzusetzen, selbstwirksam zu werden und die Kohärenz, die wir brauchen, wieder herstellen zu können.

Und das, glaube ich, können wir. Das ist meine frohe Botschaft. Ich glaube, das können wir immer noch. Wir können diese Dinge tun, wir können uns mit Menschen treffen und wir können neue Netzwerke bilden, neue Freundschaften schließen, neue Gemeinschaften finden und wir können ein neues Leben, eine neue, verbesserte Lebensweise – ein gelingendes Leben – entwerfen.

Zur Selbstwirksamkeit, die uns gesund macht, können wir jederzeit zurück finden, indem wir die Räume schaffen, in denen sie möglich ist. Wir müssen diese Räume suchen – sie sind da – oder schaffen, wo sie noch nicht sind. Das sind Räume, in denen wir auf einmal frei entscheiden können. Dort sind wir nicht mehr objektiviert, nicht mehr ohnmächtig, nicht mehr bloß passiver Spielball von Verordnungen und Maßnahmen. Unsere Freiheit und Selbstwirksamkeit an diesem Ort prägen dann neue Erfahrungen, die wiederum unser Erfahrungsintegral verändern und damit den Rahmen, in dem wir auf uns, unsere Mitmenschen und die Welt blicken.

Nur wenn wir diese Freiheit erfahren, können wir zu Sinnhaftigkeit, Handhabbarkeit und Verstehbarkeit gelangen. Diese drei Säulen erzeugen Kohärenz: die salutogenetische Vollkommenheit. Letztendlich müssen wir, wenn wir wahrlich gesund werden wollen, Handlungen tätigen, die uns einander näher bringen.


Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Mar 23 2021, 17:26 Uhr.


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Japan und Zen – untrennbar, die Meditationslehre ist die wichtigste Strömung des Buddhismus in Japan. Ebenso für Japan steht die hohe Schule der Gartenkunst – berühmte Gartendesigner wie Masuno Sensei haben weltweit einzigartige Gärten geschaffen. Und überall dort wo Gartenarchitektur und Zen Buddhismus aufeinandertreffen, führt das zu höchster Perfektion. GEO Reportage besucht den Meister der Zen-Gärten.

Ein Film von German Kral
© 2019, Lizenz MedienKontor / ARTE




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Spannend, spannend:

PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) :"Sensing the presence of gods and spirits across cultures and faiths"

QUOTE(View ORCID ProfileTanya Marie Luhrmann+ View ORCID ProfileKara Weisman @ View ORCID ProfileFelicity Aulino, Joshua D. Brahinsky, John C. Dulin, View ORCID ProfileVivian A. Dzokoto, View ORCID ProfileCristine H. Legare, View ORCID ProfileMichael Lifshitz, Emily Ng, Nicole Ross-Zehnder, and Rachel E. Smith aDepartment of Anthropology, Stanford University, Stanford, CA 94305 bDepartment of Psychology, Stanford University, Stanford, CA 94305 cDepartment of Anthropology, University of Massachusetts, Amherst, MA 01003 dDepartment of Behavioral Science, Utah Valley University, Orem, UT 84058 eDepartment of African and African American Studies, Virginia Commonwealth University, Richmond, VA 23284 fDepartment of Psychology, The University of Texas, Austin, TX 78712 gDepartment of Social and Transcultural Psychiatry, McGill University, Montreal, QC, Canada, H3A 1A1 hAmsterdam School for Cultural Analysis, University of Amsterdam, 1012 CX Amsterdam, The Netherlands iDepartment of Social Anthropology, University of Cambridge, CB2 3RF Cambridge, United Kingdom--62ltdiv class39quotetop39gtQUOTEView ORCID ProfileTanya Marie Luhrmann View ORCID ProfileKara Weisman, View ORCID ProfileFelicity Aulino, Joshua D. Brahinsky, John C. Dulin, View ORCID ProfileVivian A. Dzokoto, View ORCID ProfileCristine H. Legare, View ORCID ProfileMichael Lifshitz, Emily Ng, Nicole Ross-Zehnder, and Rachel E. Smith aDepartment of Anthropology, Stanford University, Stanford, CA 94305 bDepartment of Psychology, Stanford University, Stanford, CA 94305 cDepartment of Anthropology, University of Massachusetts, Amherst, MA 01003 dDepartment of Behavioral Science, Utah Valley University, Orem, UT 84058 eDepartment of African and African American Studies, Virginia Commonwealth University, Richmond, VA 23284 fDepartment of Psychology, The University of Texas, Austin, TX 78712 gDepartment of Social and Transcultural Psychiatry, McGill University, Montreal, QC, Canada, H3A 1A1 hAmsterdam School for Cultural Analysis, University of Amsterdam, 1012 CX Amsterdam, The Netherlands iDepartment of Social Anthropology, University of Cambridge, CB2 3RF Cambridge, United Kingdom)


Significance

The sensory presence of gods and spirits is central to many of the religions that have shaped human history—in fact, many people of faith report having experienced such events. But these experiences are poorly understood by social scientists and rarely studied empirically. We present a multiple-discipline, multiple-methods program of research involving thousands of people from diverse cultures and religions which demonstrates that two key factors—cultural models of the mind and personal orientations toward the mind—explain why some people are more likely than others to report vivid experiences of gods and spirits. These results demonstrate the power of culture, in combination with individual differences, to shape something as basic as what feels real to the senses.

Abstract

Hearing the voice of God, feeling the presence of the dead, being possessed by a demonic spirit—such events are among the most remarkable human sensory experiences. They change lives and in turn shape history. Why do some people report experiencing such events while others do not? We argue that experiences of spiritual presence are facilitated by cultural models that represent the mind as “porous,” or permeable to the world, and by an immersive orientation toward inner life that allows a person to become “absorbed” in experiences. In four studies with over 2,000 participants from many religious traditions in the United States, Ghana, Thailand, China, and Vanuatu, porosity and absorption played distinct roles in determining which people, in which cultural settings, were most likely to report vivid sensory experiences of what they took to be gods and spirits.

(...)


Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Mar 26 2021, 15:46 Uhr.


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Sehr interssant wie kluge Theologen versuchen die Physik für ihr Weltbild stimmig zu betrachten.

Überhaupt nicht albern, nein sehr wachen Geistes....

Primordiale Schwarze Löcher, dunkle Materie und Energie: Störungen der Raumzeit? (Prof. Dr. Koncsik)



QUOTE
Es wird versucht, von den Eigenschaften der Raumzeit her auf geordnete und sich selbst ordnende Störungen dieser Raumzeit zu schließen, die sich mal als primordiale Schwarze Löcher, mal als dunkle Materie und als Dunkle Energie manifestieren - abhängig von der jeweiligen Skala. Denn es gibt etwas VERBINDENDES zwischen ihnen, daher sollte eine EINHEITLICHE Theorie auch zur Beschreibung herangezogen werden. Es stellt sich dabei heraus, dass es sich um eine ERWEITERUNG der Allgemeinen Relativitätstheorie handeln könnte.


Hier gehts tasächlich vordergrünmdig nicht um Theologie, sondern um Physik aber die Brille des Theologen ist doch ganz deutlich.

Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Apr 11 2021, 17:28 Uhr.


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GfA – Studie des Monats: Das UFO als “Theorie-Maschine”


QUOTE
In Kooperation mit der Gesellschaft für Anomalistik e.V (GfA) stellt Grenzwissenschaft-Aktuell.de deren Rubrik “Studie des Monats” vor. In diesem Monat geht es um „Das UFO als “Theorie-Maschine” und die „Entstehung und Funktion von ‚Evidenz‘“.

In der aktuellen Studie des Monats stellt die GfA in diesem Monat etwas sehr Spezielles vor, nämlich die chilenische Ufologen-Szene, die im Rahmen eines größeren Forschungsteilprojekts „Emerging Spiritualities and Self-Improvement“ durch die Sozialanthropologinnen Diana Espírito Santo und Alejandra Vergara untersucht worden ist. Die Autorinnen werfen einen religionswissenschaftlichen Blick auf das Feld. Es gibt den Synkretismus aus ufologischen Vorstellungen und religiöser Kosmologie, der von „Nuts and bolts“-Ufologen, also denjenigen, die nach physikalisch-materieller Evidenz suchen, als eine Kontaminierung des Felds angesehen wird. In der Analyse dieser zwei sehr verschiedenen ufologischen Zugänge gelingt es den Autorinnen, grundlegende Fragen nach den Konzepten von Evidenz und deren Entstehungsbedingungen zu stellen.

Darüber hinaus betrachten sie das „UFO“ im Lichte sogenannter „Theorie-Maschinen“. Ein UFO wird also nicht nur als ein Ding, ein Objekt betrachtet, sondern generiert als Gegenstand der Reflexion über das Vorstellbare und Unmögliche Theorien über die Welt und den Kosmos. Dies wiederum hat explizite Auswirkungen auf die Art und Weise der Weltwahrnehmung. „Evidenz“ wird damit selbst zur Manifestation von unterschiedlichen Systemen des „Möglichen“ bzw. „Unmöglichen“. Der Leserin bzw. dem Leser bietet dieser Aufsatz gedankliche Anregungen, die weit über das sehr spezielle Thema der chilenischen UFO-Szene hinausgehen.

Link zur Studie:
The Possible and the Impossible: Reflections on Evidence in Chilean Ufology


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Ein tolles Gespräch, fern ab von jeder ablenklenden Tagesaktuallität:

Wahrheit oder Wahn? - Jochen Kirchhoff im Gespräch



QUOTE
„Que sais-je?“ Was wissen wir wirklich? Mit dem Berliner Philosophen Jochen Kirchhoff habe ich über die menschliche Fähigkeit gesprochen, Wahrheit zu erkennen. Wo sind die Grenzen des menschlichen Wissens? Gibt es einen Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit? Brauchen wir Gott, um der Wahrheit näher zu kommen? Wie können wir Wahn von richtiger Realitätswahrnehmung unterscheiden?

In unserem Gespräch am Lagerfeuer reden wir über Wahrheit – im metaphysischen Sinne das Gesetz des Universums – die Erkenntnistheorie, Vernunft, Logik, Fanatismus, die Rätsel des Kosmos und die Naturwissenschaft, die eigentlich fundamentalistischste Religion auf diesem Planeten.

Jochen Kirchhoff ist ein deutscher Philosoph, Bewusstseinsforscher und Autor mit dem Schwerpunkt Naturphilosophie. In der Vergangenheit lehrte er an der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie an der Berliner Lessing-Hochschule.


Wahn kann natürlich totale Whahrheit und Wirklichlkeit sein, das kommt hier zu kurz.
Der Wahn ist unternnbar verbunden mit der "wirklichen Wirklichkeit".

Trotzdem absolut lohnenswert !!

Der Beitrag wurde bearbeitet von Herr von Böde am Gestern, 19:44 Uhr.


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